Lungenkrebs

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Dieses Kapitel wurde vom Herausgeber von Cancer.Net im November 2008 durchgesehen und genehmigt.  © 2006-2009 American Society of Clinical Oncology (ASCO).

Übersicht

Jedes Jahr erkranken mehr als 200'000 Amerikaner an Lungenkrebs. Auch wenn Zigarettenrauchen die Hauptursache ist, kann jedermann einen Lungenkrebs bekommen. Lungenkrebs ist immer behandelbar, unabhängig von der Grösse, Lokalisation oder der Krebsausdehnung.

Die Lungen nehmen Sauerstoff aus der Luft auf und geben den Sauerstoff ans Blut ab, das ihn in den Rest des Körpers weitergibt. Wenn die Körperzellen Sauerstoff verbrauchen, geben sie Kohlendioxid ab. Im Blutstrom wird das Kohlendioxid zurück in die Lungen gebracht und das Kohlendioxid verlässt den Körper, wenn die Menschen ausatmen. Die Lungen enthalten viele verschiedene Zellarten. Die meisten Zellen in der Lunge sind so genannte epitheliale Zellen. Epitheliale Zellen bilden die Oberfläche der Luftwege und produzieren Schleim, der die Lungen befeuchtet und schützt. Die Lungen enthalten auch Nervenzellen, Hormon-produzierende Zellen, Blutzellen und Struktur- oder Trägerzellen.

Es gibt zwei Hauptarten von Lungenkrebs: Nicht-kleinzellig und kleinzellig. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC, non-small cell lung cancer) entsteht aus epithelialen Zellen und ist der häufigste Typ. Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC, small cell lung cancer) geht von den Nervenzellen oder hormonproduzierenden Zellen der Lunge aus. Der Begriff „kleinzellig“ bezieht sich auf die Grösse und die Form der Krebszellen, wie sie unter dem Mikroskop erscheinen. Es ist wichtig für die Ärzte, den nicht-kleinzelligen vom kleinzelligen Lungekrebs zu unterscheiden, weil diese zwei Krebsarten üblicherweise unterschiedlich behandelt werden.
 Lungenkrebs beginnt, wenn Zellen in der Lunge unkontrolliert zu wachsen beginnen und einen Knoten bilden (auch Tumor, Masse, Läsion, Rundherd genannt). Ein Tumor kann gutartig (nicht krebsartig) oder bösartig (Krebs) sein. Ein krebsartiger Tumor ist eine Ansammlung einer grossen Anzahl von Krebszellen, die die Fähigkeit haben, sich in andere Teile des Körpers auszudehnen. Ein Lungentumor kann irgendwo in der Lunge beginnen.

Wenn ein Lungenkrebs einmal zu wachsen beginnt, können sich einzelne Krebszellen davon lösen oder auch nicht. Diese Zellen können im Blutstrom wegtransportiert werden oder sich auch in der natürlichen Flüssigkeit wegbewegen, der so genannten Lymphe, die das Lungengewebe umgibt. Die Lymphe fliesst durch feine Röhren, die so genannten Lymphgefässe, die sich in Sammelstationen entleeren, so genannte Lymphknoten. Dies sind kleine, bohnenförmige Organe, die an der Infektabwehr beteiligt sind. Lymphknoten befinden sich in den Lungen, in der Mitte des Brustraums und an anderen Orten des Körpers. Der natürliche Fluss der Lymphe aus den Lungen heraus ist auf das Zentrum des Brustraums zu. Dies erklärt, warum Lungenkrebs sich häufig dahin ausbreitet. Wenn eine Krebszelle den Ort ihres Ursprungs verlässt und sich in einen Lymphknoten hinein bewegt oder auch durch den Blutstrom in einen weiter entfernt gelegenen Körperteil, nennt man es Metastasierung.

Die Lokalisation und Grösse des ursprünglichen Lungentumors und ob er sich in Lymphknoten oder an weiter entfernte Orte ausgedehnt hat, bestimmt das Stadium des Lungenkrebses. Die Art des Lungenkrebses (nicht-kleinzellig oder kleinzellig) und das Stadium der Krankheit (besprochen später beim
Staging) entscheiden, welche Art von Behandlung benötigt wird.